Wikipedia für’s Unternehmen?

Wikipedia hat mit seiner freien Enzyklopädie einen Siegeszug im Internet hingelegt: Eine Redaktion bestehend aus freiwilligen Autoren kümmert sich um die Erstellung und Pflege der Inhalte, die von den Internet-Anwendern kostenlos genutzt werden können. Im Rahmen unserer Arbeit stoßen wir nun immer wieder auf die Frage von Kunden, ob Wikis nicht auch eine Lösung zur Wissensverteilung im Unternehmen wären.

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Grundsätzlich gibt es hierbei folgende Aspekte zu beachten:

  • Welche Inhalte sollten im Wiki abgelegt werden?
    a) Wikis lassen sich beispielsweise zur Pflege von Intranets einsetzen, die bis dato von einigen wenigen Personen betreut werden und daher i.d.R. wenig aktuell sind. Mitarbeiter können veraltete, unvollständige oder fehlerhafte Inhalte ohne großen Aufwand selbst korrigieren.
    b) Ein weiterer Einsatzbereich ist die Diskussion von Fachwissen. Diskussionen können zwar prinzipiell auch wunderbar per E-Mail geführt werden, allerdings lassen sich die abschließenden Ergebnisse nur schwer festhalten: Die Informationen sind in den Tiefen der verschachtelten E-Mail verstreut, für Dateianhänge gibt es keine Versionskontrolle und keinen Hinweis auf den Speicherort. Und nicht zuletzt ist der Kreis der Adressaten nur schwer zu optimieren. Ein Teil dieses E-Mail-Verkehrs könnte auf Wikis verlagert werden: Inhalte werden nicht mehr an die E-Mails angehängt, sondern nur noch verlinkt zum Wiki. Das Wissen, das bei einer E-Mail-Kommunikation in einem geschlossenen Adressatenkreis verteilt wird, ist nun von allen Mitarbeitern einsehbar.
    c) Die Grenze des Einsatzes von Wikis sehe ich u.a. dort, wo man von der Dokumentation des Fachwissens zum IT-Wissen kommt. Dieses Wissen sollte den Anwendern mit EPSS Lösungen (Electronic Performance Support System) zur Verfügung gestellt werden, um die Arbeitsabläufe innerhalb der IT-Anwendungen möglichst unterbrechungsfrei gestalten zu können.
  • Wer wird die Artikel schreiben (Stichwort „Motivation“)?
    Aus einer Interview-Studie aus dem Jahr 2005 geht hervor, dass es Wiki-Autoren wichtig ist, mit ihrem Engagement etwas im Unternehmen zu erreichen (z.B. einen Ruf als Fachexperten). Mit dieser Motivation wird man vermutlich aber nur einen kleinen Teil der Mitarbeiter dazu bewegen können, sich als Wiki-Autor zu betätigen. Hier ist es also von Seiten der Unternehmensführung notwendig, weitere Nutzenaspekte für die Autoren deutlich zu machen (z.B. Beitrag leisten für das nutzenstiftende Gesamtergebnis oder Einsatz von Incenctives) bzw. mittels der Übertragung von Verantwortlichkeiten die Autorenschaar zu sichern.
  • Wie werden die Artikel von den Mitarbeitern genutzt werden (Stichwort „Akzeptanz“)?
    Um es einmal „hinten herum zu erklären: Eine E-Mail mit der Aufforderung, ab sofort das firmeneigene Wiki zu benutzen, wird sicherlich ohne positive Resonanz bleiben. Den Mitarbeitern muss in Präsenzveranstaltungen (!) deutlich gemacht werden, warum sie Fachwissen künftig im Wiki nachschlagen sollten (Aktualität, Möglichkeit der Einflussnahme, schneller Zugriff, Standardisierung des Wissens u.a.).

Wer mehr zum Thema Wiki-Einführung wissen möchte:
http://www.tschlotfeldt.de/node/201

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